Die Grenzen planetarer Grenzen

Planetare Grenzen sind eines der einflussreichsten Konzepte im heutigen Nachhaltigkeitsdiskurs. Die zwei Hauptpublikationen des Autor*innen-Teams um Johann Rockström und Will Steffen (Rockström et al 2009; Steffen et al 2015) wurden über 3,5 bzw. über 4 Tausend mal zitiert. Planetare Grenzen waren die konzeptionelle Grundlage des 2011er WBGU-Gutachtens Welt im Wandel und wurden durch Kate Raworths Donut-Ökonomie zusätzlich popularisiert. Doch wie so häufig mit so populären Ideen sind auch die planetaren Grenzen kritisch zu beäugen.

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Verhalten an der Ladentheke vs. Verhalten an der Urne

Was bei Landwirt*innen in Deutschland (aber auch anderswo) häufig zu Unmut führt, ist die Diskrepanz zwischen, einerseits, den Forderungen an die Landwirtschaft, die in Zeitungskommentaren, Demonstrationen, Talkshows, Petitionen und Volksbegehren geäußert werden und, andererseits, dem typischen Konsumverhalten. Vereinfacht geht es darum, dass viele Menschen von der Landwirtschaft offenbar mehr Umwelt- und Tierschutz fordern – gleichwohl nicht bereit zu sein scheinen, die damit einhergehenden höheren Lebensmittelpreise zu akzeptieren. Dabei gibt es zahlreiche Erklärungen für diese Variation des valueaction/attitudebehaviour gap.

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Bio ist nicht die Lösung – aber kurzfristig die richtige Wahl

Die Bio-Landwirtschaft pflegt das Image der Weltretterin. Wer tut das nicht? Und es ist auch tatsächlich viel dran – lange Fruchtfolgen, halbwegs geschlossenen Kreisläufe, Strukturelemente und viele andere Komponenten der Bio-Landwirtschaft sind wichtige Ingredienzien einer nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bio-Landwirtschaft ist wertvoll als Nische – aber nicht flächendeckend und langfristig. Und trotzdem: kurzfristig ist sie tendenziell die richtige Wahl, wenn man an nachhaltig produzierten Lebensmitteln interessiert ist.

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GAP-Direktzahlungen, Honorierung von öffentlichen Gütern und Einkommensunsicherheit

Auch wenn es nicht so aussieht, als ob die aktuell geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU substantielle Änderungen mit sich bringen würde, werden mit immer lauteren Stimmen die Meinung kundgetan (1, 2, 3, 4), dass die GAP in ihrer Grundstruktur überholt ist. Insbesondere wird die Sinnhaftigkeit und Legitimität des Kerns der GAP, der flächenbezogenen Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe, hinterfragt und eine deutliche Schwerpunktverschiebung hin zur Honorierung von öffentlichen (Umwelt-)Gütern gefordert. Bis hin zu einer Abschaffung der Direktzahlungen. Doch so attraktiv diese Idee erscheinen mag, birgt sie Gefahren. Eine davon betrifft die inhärente Variabilität von Erträgen und, damit einhergehend, Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe.

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Agrarumweltzahlungen: ein Instrument für eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Europäische Kommission ist gerade dabei, sich zu überlegen, wie die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2020 aussehen soll. Im Hinblick auf die Vereinbarung landwirtschaftlicher Produktion mit der Bewahrung intakter Ökosysteme waren Agrarumweltprogramme (sog. Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen) bisher das Mittel der Wahl – und bisherige Vorschläge der Kommission betonen, dass dies so bleiben soll. Vorliegende wissenschaftliche Evidenz zeigt auch, dass dies an sich eine gute Idee ist – um wirklich effektiv und effizient zu sein, müssten Agrarumweltprogramme allerdings in einiger Hinsicht überdacht und verbessert werden. Die Möglichkeiten dazu sind zahlreich.

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Von guten Landwirten und bürokratischer Belastung

Das Schöne an Wissenschaft ist, dass ein typisches Forschungsprojekt mehr neue Fragen aufkommen lässt, als es ursprünglich beantworten sollte. So auch in einem Versuch, den ich kürzlich mit einem Kollegen unternahm – wir setzten uns zum Ziel, empirische Forschung zu den Determinanten des Verhaltens von Landwirt*innen zusammenzufassen, um daraus Schlussfolgerungen für Agrarumweltpolitik im Bodenschutzkontext zu ziehen. Doch viel spannender als unsere Schlussfolgerungen finde ich die Forschungslücken, auf die wir stießen.Weiterlesen »

Agrar- und Umweltökonomen aller Länder, vereinigt euch! Teil 2

Vor Kurzem habe ich einen zweiteiligen Beitrag veröffentlicht (Teil 1A, 1B), dessen Kernbotschaft war: Interaktionen zwischen Agrar- und Umweltökonomik sind zwar vorhanden, aber ausbaufähig. Nun möchte ich etwas ausführlicher begründen, warum mehr Austausch zwischen diesen beiden ökonomischen Subdisziplinen sinnvoll und für beide Seiten von Vorteil wäre.Weiterlesen »