Agrarumweltzahlungen: Fairness vs. Effizienz?

Eine der häufigsten Kritiken an der Ökonomik ist, dass sie das Kriterium der Effizienz überbetone und Fragen der Gerechtigkeit ignoriere. Tatsächlich trennen Ökonom*innen diese beiden Aspekte oft voneinander und meinen mitunter, Gerechtigkeit sei kein genuin ökonomisches Problem. Doch selbst wenn man Gerechtigkeit als Teil der ökonomischen Perspektive betrachtet, denkt man als Ökonom*in doch oft zuerst an Fragen der Effizienz – und damit an Knappheit und Zielkonflikte. Ein schönes Beispiel für die Spannung zwischen den beiden Kriterien durfte ich schon mehrmals mit Nichtökonom*innen im Kontext ergebnisorientierter Agrarumweltzahlungen diskutieren. Nun möchte ich diese Spannung heute etwas systematischer angehen.

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Neue Struktur und neues Design

Kurze technische Info für regelmäßige Leser*innen des Blogs: ich habe beschlossen, meine persönliche Website und den Blog zusammenzuführen, was eine gewisse Umstrukturierung des Ganzen notwendig gemacht hat. Der Blog ist jetzt über eine Unterseite erreichbar, dort aber in der üblichen Form verfügbar. Da ich auch die Domain meiner alten persönlichen Website hierher übertrage (bartoszbartk.com), ist mein Plan, dass man künftig über die bisherige URL skeptischeoekonomie.net direkt zum Blog weitergeleitet wird, während man die eigentliche Homepage über den Link bartoszbartk.com erreicht. Ob das so klappt, werde ich sehen, wenn die Domain-Übertragung vollzogen ist. Im Zuge der Umstellung habe ich der Seite auch ein neues Design verpasst, u. a. sind dabei ein paar Widgets (z. B. das Archiv und die Kategorien-Liste) von der rechten Randspalte in die Fußspalte gewandert. An sich ist aber nahezu alles, was vorher da war, weiterhin auffindbar. Hoffe ich.

Interdisziplinäre Forschung zwischen materiellen und kulturellen Ungleichgewichten

Interdisziplinarität ist die conditio sine qua non gesellschaftlich relevanter Nachhaltigkeitsforschung. Nur leider spiegelt sich dies in der Forschungsförderung und -organisation nur bedingt wieder. So zeigten Indra Overland und Benjamin Sovacool kürzlich im Kontext der Klimaforschung, dass weltweit lediglich etwa ein Promille der in sie fließenden Mittel bei den Sozialwissenschaften landet. Dieses massive Ungleichgewicht „beraubt“ die Klimaforschung essentieller Erkenntnisse bezüglich des klimarelevanten menschlichen Verhaltens, der Rolle von Institutionen bzw. insgesamt eines umfassenden Systemverständnisses. Gleichwohl ist es leider so, dass es keineswegs ausreichen wird, schlicht den Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen mehr Geld zuzustecken. Denn die Ungleichgewichte, die interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung erschweren, sind nicht nur materieller, sondern auch kulturell–institutioneller Natur. Und als solche alles andere als leicht zu beheben.

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Des Ökonomen perverse Freude an Knappheiten und Zielkonflikten

Es gibt nicht die eine, von allen Beteiligten akzeptierte Definition der Ökonomik. Eine sehr verbreitete und – wie ich finde – treffende stammt von Lionel Robbins und besagt:

Economics is the science which studies human behaviour as a relation between ends and scarce means which have alternative uses.

Es geht also um den menschlichen Umgang mit Knappheiten und Zielkonflikten; diese sind sozusagen des Ökonomen (und der Ökonomin) „täglich Brot“. Kein Wunder, dass man mit der Zeit die Tendenz entwickelt, überall Knappheiten und Zielkonflikte zu sehen.

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Umwelt- und Ressourcenökonomische Lehrstühle in Deutschland

Da ich gerade allmählich anfange, meine wissenschaftlichen Zukunftsaussichten auszuloten, wurde plötzlich interessant, wo es denn in Deutschland thematisch für mich relevante Lehrstühle gibt. Und da ich im Netz keine Liste finden konnte, habe ich angefangen, selbst eine Liste umwelt- und ressourcenökonomischer Lehrstühle in Deutschland anzulegen.

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Von Landwirtschaft und Apotheken

Seit inzwischen ca. 3,5 Jahren befasse ich mich in meiner Forschung vor allem mit den Umweltfolgen der Landwirtschaft sowie mit Agrarumweltpolitik. In dieser Zeit habe ich oft Beschwerden seitens der Landwirt*innen gehört bzw. gelesen, die mit der (wachsenden) Zahl der Regularien, denen ihre landwirtschaftliche Praxis unterliegt, unzufrieden sind. Mitunter wird dies gar als ein Grund für das Höfesterben genannt. Bei allem Verständnis für diese Unzufriedenheit ist mir letztens aufgefallen, dass es eine andere Quelle gibt, aus der ich ähnliche Beschwerden höre – die aber hinsichtlich „Durchreguliertheit“ nach meiner Wahrnehmung dann doch in einer ganz eigenen Liga spielt: Apotheken.

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