Über die Schwierigkeit, eine Meinung zu haben

Nie znam się, ale się wypowiem.

„Ich kenne mich nicht aus, ich möchte aber eine Meinung äußern.“ (notabene: ein schönes Beispiel für die mich immer wieder faszinierende Umständlichkeit der deutschen Sprache) Nicht nur in Polen, wo dies inzwischen ein geflügeltes Wort geworden ist, ist dieses Phänomen insbesondere in politischen Debatten und in sozialen Medien verbreitet. Gerade bei kontroversen Themen – Ernährung, Klimaschutz, Bildung und Erziehung, Landwirtschaft, Finanzwirtschaft – äußern wir uns häufig auf Basis sehr selektiven und oberflächlichen, manchmal schlicht falschen Wissens. Wenn mit für unsere Meinung „problematischen“ Informationen konfrontiert, tendieren wir dazu, diese kognitive Dissonanz durch Ablehnung und kramphaftes Festhalten an unserer „Wahrheit“ aufzulösen. Doch selbst, ja gerade, wenn wir uns bemühen, offen zu bleiben, und eine Bereitschaft, unsere Meinung zu ändern, an den Tag legen wollen – stehen wir vor großen Herausforderungen, überhaupt noch so etwas wie eine Meinung haben zu können.

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Degrowth, Moderne und liberale Demokratie

Wachstumskritik ist immer auch Moderne-Kritik. Und Kritik an der Moderne muss zwar nicht, kann aber mitunter auch Kritik an liberaler Demokratie und der „offenen Gesellschaft“ (sensu Popper) sein. Dies trifft auch auf Degrowth zu, dessen Verhältnis zu liberaler Demokratie oft unklar ist. Doch wenn (berechtigte) Moderne-Kritik in Demokratieskepsis abrutscht, droht sie, sehr schnell ihre eigenen Ziele zu untergraben.Weiterlesen »

5 Jahre Skeptische Ökonomie

Gerade eben wurde mir von WordPress mitgeteilt, dass ich seit inzwischen genau 5 Jahren einen Blog bei ihnen habe. Da habe ich mich an meine Alma mater erinnert gefühlt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die sich als 1502 gegründet versteht (Gründungsjahr der Universität Wittenberg), obwohl in Wittenberg kein regulärer Universitätsbetrieb stattfindet und die Geschichte der Uni von 1502 bis heute keineswegs stetig verläuft (Interessierten empfehle ich den Wikipedia-Eintrag zur MLU). So betreffen die 5 Jahre auch bei mir sowohl den alten englischen Blog als auch den aktuellen deutschen. Immerhin gab es bei mir keinen klaren Bruch und thematisch einen mehr oder minder fließenden Übergang zwischen den beiden – in diesem Sinne bin ich der MLU voraus. Was macht man denn so anlässlich des fünften Blog-Geburtstags? Man veröffentlicht eine Liste von Beiträgen, auf die man besonders stolz ist (steht zumindest so im Bloggen für Dummies-Guide, gleich hinter „Auf der Suche nach einem guten Titel? Suche Inspiration auf bild.de“). Also dann:Weiterlesen »

Drei Kinder und Gerechtigkeit

Ich lese gerade eines meiner Lieblingsbücher wieder, The Idea of Justice von Amartya Sen. Eine der Hauptbotschaften dieses ungeheuer interessanten Buchs ist, dass man sich mit einer gewissen Art von Pluralität abfinden muss. Es gibt nicht die Antwort auf viele wichtige Fragen – z. B. gibt es nicht die Definition von Gerechtigkeit. Sen illustriert dies an einem sehr schönen, einfachen Beispiel dreier Kinder, die um eine Flöte streiten.Weiterlesen »

Grüne Politik = Öko-Diktatur?

Gegner der „Grünen“ (womit ich nicht nur die Partei, sondern auch die Umweltbewegung als Ganzes meine) werfen ihnen häufig vor, eine „Öko-Diktatur“ errichten zu wollen. Ich möchte an dieser Stelle nicht vordergrundig den empirischen Wahrheitsgehalt dieses Vorwurfs untersuchen, sondern es interessiert mich vielmehr die Frage: kann man gleichzeitig liberal und „grün“ sein?

Deutschland auf dem Weg in die Öko-Diktatur?

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