Lesen ist ein zentraler Bestandteil meines Alltags – sowohl beruflich als auch in der Freizeit. Als sog. Wissenschaftler muss ich viel lesen – um mit der Entwicklung in meinem Forschungsfeld Schritt zu halten, um Inspirationen zu finden, um meine eigenen Ideen zu untermauern etc. Manchmal wird daraus ein Fetisch gemacht – je mehr, desto besser –, aber grundsätzlich ist Lesen für die wissenschaftliche Arbeit essentiell. Doch auch in meiner Freizeit versuche ich, viel zu lesen (früher, als ich noch ein entspannter Student/Doktorand war, war dies leichter) – einfach, weil es Spaß macht und weil es hilft, den eigenen Horizont zu erweitern, denn ich möchte nicht ausschließlich Ökonom sein. Lesen ist aber nicht nur zentraler Bestandteil meines Alltags – es ist auch ein zentraler Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. Im Folgenden möchte ich eine „Typologie“ von drei Lektüre-Kategorien vorstellen, die ich auf Basis eigener Erfahrungen für in diesem Kontext besonders wichtig halte.
Kategorie: Ökonomische Gedanken
Leontief Prize: der „bessere“ Ökonomie-Nobelpreis?
Es ist recht einfach, den Sveriges Riksbanks pris i ekonomisk vetenskap till Alfred Nobels minne, im Volksmund „Wirtschafts-Nobelpreis“, zu kritisieren. Es wurden darüber bereits Bücher geschrieben, und auch meine Wenigkeit hat sich zu diesem Thema mehrfach geäußert (hier, hier, hier). Eine recht bekannte „Alternative“ zum Nobelpreis, die allerdings nicht disziplinär ausgerichtet ist, ist der Right Livelihood Award, auch „Alternativer Nobelpreis“ genannt. Heute möchte ich ganz kurz eine weniger bekannte Alternative vorstellen, die der Grundidee der Nobelpreise eigentlich etwas näher, auf Ökonomie fokussiert und dennoch „besser“ als der Nobel-Gedenkpreis der Schwedischen Reichsbank ist. Gestatten: der Leontief Prize.Weiterlesen »
Hat das menschliche Leben einen Preis?
Ja. Rund 9 Millionen USD. Weiterlesen »
Bioökonomie in einer begrenzten Welt
Mit ihren vielfältigen Möglichkeiten kann die Bioökonomie einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler Probleme leisten. Darunter fallen die Gesundheit und Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, deren nachhaltige Versorgung mit Energie, Wasser und Rohstoffen sowie der Boden, Klima- und Umweltschutz.
Bioökonomie ist in der EU und insbesondere in Deutschland gerade das Buzzword der Stunde. Sogar das vom BMBF finanzierte Projekt, in dem ich die nächsten paar Jahre arbeiten werde und in dem sich kaum jemand explizit mit diesem Konzept befasst, heißt Boden als nachhaltige Ressource in der Bioökonomie (Bonares). Wie das obige Zitat, das ich der Homepage des Bioökonomierates entnommen habe, suggeriert, soll die Bioökonomie zur Lösung so ziemlich aller Umwelt- und verwandter Probleme beitragen, mit denen wir uns zur Zeit konfrontiert sehen.Weiterlesen »
Energiewende – einige Klarstellungen
Immer wieder gerate ich in letzter Zeit in Diskussionen darüber, wie man die deutsche Energiewende zu bewerten hat. Dieser wird ja regelmäßig vorgeworfen, sie sei zu teuer, führe zur Energiearmut, könne in eine wirtschaftliche Katastrophe münden, basiere auf staatlichem Zwang, sei erfolglos (da erneuerbare Energien größtenteils immer noch auf Förderung angewiesen sind), und überhaupt wäre Atomkraft viel sinnvoller als Wind und Sonne. An manchen dieser Argumente ist was dran, an vielen nicht. Daher nun ein paar Klarstellungen.Weiterlesen »
Ökonomen vs. Naturschützer?
Die Debatte über die ökonomische Bewertung von Natur wird in Deutschland stark geprägt von der Auseinandersetzung zwischen den Umweltökonomen (sowie Vertretern anderer Disziplinen) von Naturkapital Deutschland – TEEB DE einerseits und der Heinrich-Böll-Stiftung andererseits. Besonders häufig wird diese Kontroverse zwischen zwei Personen ausgetragen: meinem Doktorvater und Leiter von Naturkapital Deutschland, Bernd Hansjürgens, sowie Barbara Unmüßig, Vostand der HBS. Auch ich habe mal an dieser Kontroverse teilgenommen. Doch zunehmend komme ich zu dem Schluss, dass, obwohl ich die HBS-Kritik oft überzogen und ungerechtfertigt finde, solche Scharmützel zu leicht vergessen lassen, dass man zumindest kurz- bis mittelfristig ähnliche Ziele verfolgt.Weiterlesen »
Afrikas Misere und Fair Trade
Ich habe vor einigen Jahren ein sehr interessantes Buch des polnischen Reporters Adam Leszczyński über dessen Reisen durch Afrika gelesen. Darin fand ich eine Aussage, die mir zu denken gab: der Autor kritisierte darin die Idee des Fair Trade, weil er meinte, dass sie dazu beiträgt, dass die afrikanischen Ökonomien weiterhin auf Rohstoffgewinnung und Nahrungsmittelproduktion fokussiert bleiben. Der Vorwurf ist angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage auf dem Kontinent interessant, insbesondere, da wir „Westler“ tatsächlich die Tendenz haben, bei unseren gut gemeinten Wohltaten zu kurz zu denken. In diesem Fall basiert die Kritik aber letztendlich doch auf einem Fehlschluss.Weiterlesen »
Big Government?
Ich habe mich kürzlich in eine Facebook-Diskussion verstrickt, in der es grob darum ging, ob es ein Problem sei, dass der Staat „das stärkste Monopol, das es geben kann“ ist. Ich bin gerade zu träge, um die Diskussion zusammenzufassen bzw. meine daraus erwachsenen statistischen Spielereien wiederzugeben, hier als kurz ein anonymisierter Screenshot:Weiterlesen »
Carsharing und die Grenzen der Effizienz-Orientierung
Als umweltbewusster Mensch ohne antimodernistische Tendenzen finde ich die Idee des Carsharing großartig. Ich wollte nie wirklich ein Auto haben, kann es aber nicht leugnen, dass ich gern Auto fahre und dass es hin und wieder praktisch ist, auf eines zurückgreifen zu können. Innerhalb der Stadt braucht man es kaum und zum Reisen meistens auch nicht – aber es gibt eben Ausnahmefälle, sei es ein Urlaub in einer schwer zugänglichen Almhütte oder ein Baumarkt-Einkauf. Aus Sicht der Nachhaltigkeit scheint es also eine tolle Lösung, dass man bei Bedarf ein Auto mieten kann, ohne es besitzen zu müssen. Doch was in Theorie so rosig wirkt, ist in der Praxis leider nur ein Teil der Lösung – und zwar nicht unbedingt der einfachste.Weiterlesen »
Nachhaltigkeit bedeutet Verpflichtungen – aber gegenüber wem?
Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
Dies ist die wohl berühmteste und einflussreichste Definition von Nachhaltigkeit. Sie stammt aus dem sog. Brundtland-Bericht Our Common Future. Sie wurde aus vielen Gründen kritisiert, vor allem, weil sie sehr unspezifisch ist. Doch ein weiteres gravierendes Problem ist: wer sind diese „künftigen Generationen“, denen gegenüber wir vermeintlich Verpflichtungen haben? Wer sind sozusagen die Adressaten der Nachhaltigkeit?Weiterlesen »