Close the GAP?

OK, ich gestehe, der Titel ist mir heute etwas holprig geraten: im Englischen wäre es nämlich eigentlich CAP, gemeint ist nämlich die Common Agricultural Policy (dt. Gemeinsame Agrarpolitik alias GAP) der EU. Die hinter dem holprigen Wortspiel stehende Frage ist nichtsdestotrotz gewichtig: wird das reichliche Drittel des EU-Haushalts, das in das System von Agrarsubventionen fließt, denn sinnvoll verwendet? Und falls nicht, was folgt daraus?

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Die (begrenzte) Aussagekraft von Experimenten zum bedingungslosen Grundeinkommen

Die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) erfährt in der letzten Zeit einen Aufschub – nicht zuletzt wegen der geplanten oder bereits laufenden Experimente in Finnland, Kanada, Kenia oder Indien [weitere Beispiele bei Wikipedia]. Ich habe mich hier bereits als BGE-Skeptiker geoutet (und hier eine Alternative sehr grob skizziert); dennoch finde ich die Debatte fruchtbar, denn es geht um wichtige gesellschaftliche Herausforderungen wie technologischer Fortschritt oder Gerechtigkeit, die wir irgendwie angehen müssen – ob mit BGE oder nicht. Daher finde ich auch die betreffenden Experimente interessant – gleichwohl ist ihre Aussagekraft gleich aus mehreren Gründen sehr begrenzt.Weiterlesen »

Wenn nicht bedingungsloses Grundeinkommen – was dann?

Ich habe vor einer Weile versucht zu begründen, warum ich von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) nicht überzeugt bin. Meine Ablehnung dieser Idee bedeutet allerdings nicht, dass ich mit dem gesellschaftlich-politisch-ökonomischen Status Quo glücklich wäre. Die Frage ist also: wenn nicht BGE, was dann? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass ich viele Fragen und nur wenige, eher halbgare Antworten habe.Weiterlesen »

Bioökonomie in einer begrenzten Welt

Mit ihren vielfältigen Möglichkeiten kann die Bioökonomie einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler Probleme leisten. Darunter fallen die Gesundheit und Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, deren nachhaltige Versorgung mit Energie, Wasser und Rohstoffen sowie der Boden, Klima- und Umweltschutz.

Bioökonomie ist in der EU und insbesondere in Deutschland gerade das Buzzword der Stunde. Sogar das vom BMBF finanzierte Projekt, in dem ich die nächsten paar Jahre arbeiten werde und in dem sich kaum jemand explizit mit diesem Konzept befasst, heißt Boden als nachhaltige Ressource in der Bioökonomie (Bonares). Wie das obige Zitat, das ich der Homepage des Bioökonomierates entnommen habe, suggeriert, soll die Bioökonomie zur Lösung so ziemlich aller Umwelt- und verwandter Probleme beitragen, mit denen wir uns zur Zeit konfrontiert sehen.Weiterlesen »

Energiewende – einige Klarstellungen

Immer wieder gerate ich in letzter Zeit in Diskussionen darüber, wie man die deutsche Energiewende zu bewerten hat. Dieser wird ja regelmäßig vorgeworfen, sie sei zu teuer, führe zur Energiearmut, könne in eine wirtschaftliche Katastrophe münden, basiere auf staatlichem Zwang, sei erfolglos (da erneuerbare Energien größtenteils immer noch auf Förderung angewiesen sind), und überhaupt wäre Atomkraft viel sinnvoller als Wind und Sonne. An manchen dieser Argumente ist was dran, an vielen nicht. Daher nun ein paar Klarstellungen.Weiterlesen »

Nun sag, wie hast du’s mit dem bedingungslosen Grundeinkommen?

Wie ein Freund von mir kürzlich treffend beobachtet hat: selbst bei eigentlich tiefgründigen und klugen Analysen der Probleme heutiger Gesellschaft stößt man allzu häufig in dem jeweiligen Schlussfolgerungen-Kapitel auf die etwas plumpe Forderung, man solle ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen, dieses werde die Probleme schon richten (konkret meinte er den deutschen Soziologen Hartmut Rosa). Generell scheint das bedingungslose Grundeinkommen gerade ein vorher nicht gesehenes Popularitätshoch zu erleben, sogar Konzernmanager sprechen sich dafür aus. Doch ist bedingungsloses Grundeinkommen wirklich eine gute Lösung für irgendwas?

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Was haben BIP, PISA und h-Index gemeinsam?

Wir Menschen besitzen die erstaunliche Fähigkeit, uns das Leben schwerer zu machen, wenn wir versuchen, es uns einfacher zu machen. Was vor allem daran liegt, dass wir darin unschlagbar sind, Mühe, Komplexität und Reflexion auszuweichen. Das lässt sich alles evolutionstheoretisch ganz gut erklären – nichtsdestotrotz führt es gerade in unserer wahnsinnig komplex gewordenen Welt häufig zu Problemen. Ein interessantes Beispiel ist unser Umgang mit eigentlich nützlichen Messgrößen, die wir missbrauchen, weil sie so schön klar und deutlich sind.Weiterlesen »

Deontologie, Konsequentialismus und der Rassismus der AfD (& Co.)

Einmal wieder gab es einen terroristischen Anschlag in einer europäischen Stadt. Einmal wieder zeigten sich große Teile der Bevölkerung erstaunlich vernünftig. Einmal wieder wurde dennoch darüber hinweg gesehen, dass anderswo terroristische Anschläge viel häufiger stattfinden, dass nicht nur hierzulande Menschen von Fanatikern getötet werden. Und einmal wieder erdreisten sich die AfD, die CSU und ihresgleichen, einen Anschlag dazu zu nutzen, eine Schließung der Grenzen zu fordern. Begründet wird das wie üblich – „wir Europäer“ seien in Gefahr, diese Gefahr sei abzuwenden, und das sei am besten zu erreichen, indem man die Grenzen schließt oder zumindest den Zufluss von Flüchtlingen sehr stark reguliert… Doch eigentlich geht es um blanken Rassismus. Nicht mehr und nicht weniger.Weiterlesen »

Bio-Landwirtschaft ist schlecht?

Ich bin heute aufmerksam gemacht worden auf ein Video des New Scientist (das man sich hier ansehen können müsste; der dazugehörige Artikel ist leider hinter einer Paywall), das eine einfache und vermeintlich klare Botschaft vermittelt: wenn man den Planeten retten möchte, sollte man aufhören, den gemeinhin als Bio-Lebensmittel bekannten „Unsinn“ (mumbo jumbo) zu kaufen. Die Argumente sind knapp und bestechend: Bio-Landwirtschaft verbrauche mehr Fläche als konventionelle Landwirtschaft, u. a. führe es zu Regenwald-Rodungen, und überhaupt sei Gentechnik die bessere Lösung, weil man mit ihrer Hilfe bspw. die Stickstoffaufnahme-Effizienz von Anbaupflanzen erhöhen könne. Ich habe schon lange nicht mehr eine so einseitige Argumentation gesehen.Weiterlesen »