Die US-Amerikaner haben Donald Trump, Frankreich die Front National, die Niederlande Geert Wilders, die Briten UKIP und Deutschland hat die AfD. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Letztere wurde gerade in Mecklenburg-Vorpommern bereits zum zweiten Mal dieses Jahr zweitstärkste Kraft in einem Landtag. Nun macht man sich ans Interpretieren – was hat der Aufstieg rechter Parteien/Bewegungen im Allgemeinen und der AfD im Besonderen zu bedeuten? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Ich habe keine umfassende eigene Interpretation zu bieten, allerdings finde ich einige auf der linken Seite des politischen Spektrums aufkommende Stimmen mindestens befremdlich.
Autor: Bartosz Bartkowski
Wie ein aufrichtiges sozialwissenschaftliches Buch beginnen sollte
This work has two main flaws, and one possible virtue. I am acutely aware of the fact that I am stretching my competence thinly over a large number of areas. It is not just that my treatment of the issues is selective: my knowledge is based on what may well be, in some cases, idiosyncratically chosen, unrepresentative, or dated sources. Although I could have gathered more, and more accurate, information, this would not have made much of a difference for the main purpose of the book, which is to sketch a framework for the study of the in-kind allocation of goods and burdens.
Unfortunately, that framework turned out to be messy and ugly. I have been unable to respect the standards of simplicity and parsimony that many readers will feel they have a right to expect. It may be that I just lack the ability or the inclination to cut through the bewildering surface variety of local justice phenomena and find the underlying principles that would bestow intelligibility on them all. Or it might be that there are no such principles to be found, and that the messiness is inherent in the object. Most probably, there is some truth in both hypotheses.
I hope that some readers, nevertheless, will share my delight and exhiliration in observing the endless variety and inventiveness of human institutions. The details are not incidental to the story I am telling: they are its essence. I am sure I could have told the story better, and perhaps a better sort of story could have been told; but I hope there may still be some instruction and entertainment in what follows.
Jon Elster, Local Justice: How Institutions Allocate Scarce Goods and Necessary Burdens (1992), S. vii–viii
Das Henne-Ei-Problem der Entwicklungspolitik
Ein kürzlich angesehener Vortrag des Schweden Hans Rosling hat mich an ein Problem erinnert, das seit Jahrzehnten entwicklungspolitische Debatten bestimmt – gewissermaßen ein Henne-Ei-Problem der Entwicklungspolitik. Was kommt zuerst/sollte zuerst kommen: Steigerung des Einkommens oder Steigerung in anderen Wohlstandsparametern? Wohl wissend, dass „the plural of anecdote is not data“, würde ich gern ein paar Belege vorstellen, die die These stützen, dass die Steigerung des Einkommens keine Voraussetzung für die Steigerung des breiter verstandenen Wohlstands ist, entgegen den üblichen Empfehlungen internationaler Organisationen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds.
Was kann einen Eigenwert haben?
Ich habe in meiner Arbeit recht viel zu tun mit Menschen, die allen möglichen natürlichen Entitäten einen Eigenwert zuweisen, die gern Naturschutz als Selbstzweck betreiben wollen. Wie bereits mehrfach angedeutet, bin ich derartigen Ansichten gegenüber recht skeptisch. Kürzlich wurde ich mit zwei besonderen Varianten des Physiozentrismus (sprich, der Überzeugung, dass nicht nur der Mensch einen intrinsischen, einen Eigenwert haben kann) konfrontiert, die mich stutzig gemacht haben – zum einen ging es darum, dass man Wildnis um ihrer selbst willen schützen sollte; zum anderen um den Schutz jeder noch so seltenen und ökologisch unbedeutenden Art. Beides erscheint mir mehr oder weniger absurd.
Für einen flexiblen und kontext-sensiblen Homo oeconomicus
Der Homo oeconomicus ist der Albtraum von Kritikern der Mainstream-Ökonomik. Er sei realitätsfern, maskulin, grundkapitalistisch, unethisch, amoralisch, myopisch und einiges mehr. Dieser der Paläoanthropologie unbekannte Vertreter der Hominiden gilt wahlweise als das Verhaltensmodell oder das Menschenbild der Mainstream-Ökonomik. Kaum ein Element des Theoriegebäudes Letzerer gilt in den Augen der Kritiker mehr abgeschafft als der arme Homo oeconomicus. Zu Recht?Weiterlesen »
Ist Wirtschaftswachstum vorbei?
…the most important economic question of all – what will economic growth be like over the next couple of generations?
Man sehe sich dieses Zitat von Larry Summers, dem wichtigsten Wirtschaftsberater Barack Obamas und einem der prominenteren Ökonomen unserer Zeit, an und behaupte, die Ökonomen litten nicht unter einem Wachstumsfetischismus. Dennoch werden immer mehr Ökonomen – Summers eingeschlossen – zunehmend pessimistisch über Möglichkeiten künftigen Wachstums. Die Begründungen sind allerdings nicht, wie bei den „üblichen Verdächtigen“ aus der degrowth-Szene, normativ (Wachstum sollte aufhören wegen seiner negativen Begleiterscheinungen wie soziale Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung etc.), sondern rein positiv – die betreffenden Kommentatoren sind schlicht und einfach der Meinung, die kurze „Wachstumsepisode“ der Menschheitsgeschichte könnte sich allmählich dem Ende nähern.Weiterlesen »
Grundlagenforschung vs. post-normale Wissenschaft
Meine Promotionszeit neigt sich dem Ende hin. Das bedeutet, dass ich mir allmählich Gedanken machen sollte, in welche Richtung sich meine wissenschaftliche Karriere entwickeln soll (sofern sie überhaupt fortgesetzt werden kann, was ich hier erstmal voraussetze). Natürlich wird meine letztendliche Entscheidung von der Marktsituation beeinflusst (ggf. sogar vollständig determiniert) – aber man kommt nicht umhin, sich mal grob zu überlegen, was man denn in der Zukunft reißen möchte, welches Gebiet man beackern würde. Eine wichtige Teilfrage, die mir früher nicht aufkam, ist die Frage nach Grundlagenforschung vs. anwendungsorientierter oder gar politikrelevanter Forschung (was man in der Ökologischen Ökonomik manchmal unter dem Begriff „post-normale Wissenschaft“ findet).Weiterlesen »
Was ändert sich durch CRISPR/Cas-Genome-Editing?
Schon mal von Genome Editing oder CRISPR/Cas gehört? Nein? Dann wird mal Zeit.Weiterlesen »
Darf man die Sowjetunion mit dem Dritten Reich vergleichen?
Mal wieder ein Off-topic. Als Aufhänger diesmal ein Foto (es war meine Reaktion auf „Cпасибо, Thanks, Merci!“ als Danksagung am Tag der Befreiung):
Wozu Schulen eigentlich da sein sollten
Ich habe oft das Gefühl, dass die Rolle der Schulbildung in unserer Gesellschaft völlig missverstanden wird. Zumindest scheine ich darüber eine völlig andere Meinung zu haben, als die meisten Menschen, die auf die Gestalt der schulischen Bildung Einfluss haben. Wie dem auch sei, habe ich heute das Bedürfnis, ein paar random thoughts zu diesem Thema loszuwerden. So kann ich vielleicht das Chaos in meinem Kopf etwas strukturieren und irgendjemand findet vielleicht irgendwas zum Nachdenken anregendes in meinem Beitrag.Weiterlesen »
