Die sozialen Dilemmata des Umweltschutzes

Theoretisch wissen wir (fast) alle, dass wir uns mitten in einer schleichenden Umweltkrise befinden: Klimawandel, Biodiversitätsschwund, Trinkwasserknappheit, zerstörerische Ressourcengewinnung, wachsende Müllberge an Land wie in den Meeren sowie Luft- und Bodenverschmutzung sind in aller Munde. Theoretisch wissen wir ebenfalls, was zu tun ist: Änderung der derzeitigen Konsumkultur, Regionalisierung von Produktionsprozessen, Umstieg auf erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe, weniger Verschwendung auf Produktions- wie Konsumseite, technologische und institutionelle Innovationen zur Minderung von Abfallmengen, Steigerung von Recycling-Quoten. Da einige der oben genannten Umweltprobleme globaler Natur sind (allen voran, aber mitnichten nur der Klimawandel), bedarf es auch globaler Lösungen, z.B. in Form von internationalen Abkommen. Soweit die Theorie. In der Praxis scheitert Umweltschutz auf allen Ebenen: internationale Verträge werden nicht abgeschlossen, nationale Gesetzgebungen sind unzureichend, und was die individuelle Ebene anbetrifft, ist es geradezu bezeichnend, dass gerade die überdurchschnittlich umweltbewussten „bildungsnahen“ Bevölkerungsschichten die größten ökologischen Rucksäcke mit sich herumschleppen. Warum ist das so? In der Ökonomie – bzw., konkreter, in der Spieltheorie und Institutionenökonomik – gibt es für dieses Phänomen einen sehr passenden Begriff: soziale Dilemmata.Weiterlesen »

Was Friedrich August von Hayek und Niko Paech gemeinsam haben

Es gibt zwei Hauptfelder, in denen sich Ökonomen austoben dürfen: Modellbildung, um die Wirtschaftswelt zu beschreiben und zu verstehen. Und Instrumentenbildung, um bestimmte Missstände in dieser zu beseitigen. In die zweite Kategorien gehören solche Konzepte wie Steuern, Emissionshandelssysteme, Payments for Ecosystem Services, Subventionen etc. Doch funktionieren diese Instrumente sehr oft nicht so, wie sie sollten. Teilweise liegt es daran, dass ihre Entwickler bestimmte wichtige Faktoren ignoriert haben, z.B., weil sie von einem zu einfachen Modell menschlichen Handelns ausgegangen sind. Oft genug liegt es aber daran, dass die Instrumente nicht so implementiert werden, wie es ihre Entwickler wollten. Oder sie werden gar nicht erst implementiert, obwohl sie durchaus in der Lage wären, die betreffenden Probleme zu lösen. Beides wird dann gern den Ökonomen in die Schuhe gelegt. Unberechtigterweise.Weiterlesen »