Warum ich Greenpeace trotz allem gut finde

Ich habe schon des Öfteren meine „Greenpeace-Vergangenheit“ erwähnt, wie auch die Tatsache, dass ich die Positionen dieser Organisation zu vielen Themen inzwischen nicht mehr teile und sie mitunter dogmatisch bzw. dämagogisch finde. Gleichwohl heißt das nicht, dass ich ein Greenpeace-Gegner geworden wäre. Die Organisation tut unterm Strich viel Gutes: das neuliche Einlenken von Aldi in Sachen Gifte in Kleidung ist eines von vielen Beispielen.Weiterlesen »

Die (hier) omnipräsente ökonomische Bewertung

Ich habe vor einer Weile zusammen mit einem Kollegen angefangen, an einem theoretisch-konzeptionellen Paper über (umwelt-)ökonomische Bewertung zu arbeiten. Das Thema ist höchstspannend, es stellte sich aber gleichzeitig heraus, dass viele grundlegende Fragen offen sind – und dass wir auf viele keine klaren Antworten in der Standardliteratur finden. Wir müssen sie uns selbst erarbeiten. Die ist der Grund, warum ich in letzter Zeit zunehmend in teils sehr theoretische Gedanken über die ökonomische Bewertung abdrifte (angefangen mit einem allgemeineren Beitrag, über die Frage nach den ethischen Grundlagen, bis hin zum Problem der Substituierbarkeit und der Dichotomie Tauschwert-Nutzwert). Es wird auch eine Weile so bleiben. Wahrscheinlich fange ich irgendwann an, auch Wohlfahrtsökonomik einzuflechten. Be warned: andere Themen sind nicht ausgeschlossen, aber für eine Weile dürfte die ökonomische Bewertung das Geschehen dominieren.

Da es für mich ein gewisser Suchprozess ist, die Suche nach einem konsistenten und umfassenden Bild davon, was ökonomische Bewertung ist, bin ich dankbar für jegliche kritischen Kommentare zu meinen Ausdünstungen.

Erfasst ökonomische Bewertung Nutzwerte?

Unter den vielen Kritikpunkten an der umweltökonomischen Bewertung findet man unter anderem den Hinweis, dass sie nur Tauschwerte (d.h., Preise) ermittelt, nicht aber Nutzwerte, die die tatsächliche Bedeutung eines Gutes für den Menschen angeben. Gleichwohl hört oder liest man gelegentlich die Behauptung mancher Ökonomen, das Konzept des Ökonomischen Gesamtwertes (Total Economic Value, TEV), auf dem die ökonomische Bewertung meistens basiert, enthalte doch Nutzwerte. Wer hat nun Recht?Weiterlesen »

Was ist ein Wal wert? Oder ein menschliches Leben?

Darf man den ökonomischen Wert eines Wals oder eines menschlichen Lebens ermitteln? Kann man das überhaupt? Was ist mit dem ökonomischen Wert der gesamten Biosphäre? Ein gewichtiger Kritikpunkt an der ökonomischen Bewertung ist, dass sie genau das tue – sie hänge Sachen einen Preisschild an, die keinen haben dürfen. Doch ist das wirklich ökonomische Bewertung? Kann sie tatsächlich Aussagen über den Preis eines individuellen Wals, eines individuellen menschlichen Lebens oder der Biosphäre in ihrer Gesamtheit liefern?Weiterlesen »

Unwissen und der Wert von Biodiversität

„Biodiversität“ ist ein Begriff, der eine unglaubliche Karriere gemacht hat. Gibt es ihn doch erst seit 1986; gleichwohl stolpert man im Bereich der Umweltforschung und -politik dauernd über ihn. Oft wird dabei vom „Wert der Biodiversität“ gesprochen und geschrieben, wobei keine Einigkeit bezüglich der Frage herrscht, worin dieser eigentlich besteht. Dies ist der Ausgangspunkt meiner Doktorarbeit – auch wenn sie vor allem die Frage nach dem ökonomischen Wert von Biodiversität beantworten soll, musste ich mich durch einen sehr multidisziplinären Wust durcharbeiten und versuchen, ihn irgendwie zu systematisieren. Ergebnis: Der Wert von Biodiversität hat seine Hauptquelle in unserem Unwissen. Und vieles, was man sonst über ihn liest und hört, ist Blödsinn.Weiterlesen »

Mein kleiner Beitrag zur deutschen Integrationsdebatte

In letzter Zeit kam die sog. Integrationsdebatte in Deutschland mal wieder hoch. Pegida sei dank(?). Doch diese so wichtige öffentliche Debatte hat schon immer eine wesentliche Schwachstelle: Integration wird sehr einseitig betrachtet, als „Aufgabe“ der Immigranten unter Zuhilfestellung des Staates. So einfach ist die Sache aber nicht. Integration ist kein unidirektionaler Prozess, sondern erfordert Anstrengungen bei allen beteiligten Akteuren.Weiterlesen »

Die böse Gentechnik

Inspiriert durch die Diskussion unter diesem Krautreporter-Text möchte ich noch einmal die Geschütze ausfahren gegen die populäre These „(Grüne) Gentechnik ist böse“. Sie ist in Deutschland bzw. generell in Europa sehr verbreitet, was sie aber noch lange nicht richtig macht. Zudem kommt, dass ich sie bis vor nicht allzu langer Zeit selbst vertrat. Auch das macht sie nicht richtig. Über die Richtigkeit dieser These entscheidet vielmehr der Stand der Wissenschaft bzw. im Falle einiger Argumente auch einfach die Logik. Diese Argumente sind die folgenden:Weiterlesen »

Werte oder Zahlungsbereitschaften?

Cecil Graham: What is a cynic?
Lord Darlington: A man who knows the price of everything, and the value of nothing.
Cecil Graham: And a sentimentalist, my dear Darlington, is a man who sees an absurd value in everything and doesn’t know the market price of any single thing.

Die ökonomische Bewertung bzw. Inwertsetzung von Naturgütern (oder auch dem menschlichen Leben) wird häufig kritisiert als unmoralisch bzw. wichtige „moralische Werte“ außer Acht lassend. Wie kürzlich in einem Zeitungskommentar ausgedrückt, „wer mit Moral rechnet, braucht mit Moral nicht zu rechnen“. Ist diese Kritik denn gerechtfertigt?Weiterlesen »

Grüne Politik = Öko-Diktatur?

Gegner der „Grünen“ (womit ich nicht nur die Partei, sondern auch die Umweltbewegung als Ganzes meine) werfen ihnen häufig vor, eine „Öko-Diktatur“ errichten zu wollen. Ich möchte an dieser Stelle nicht vordergrundig den empirischen Wahrheitsgehalt dieses Vorwurfs untersuchen, sondern es interessiert mich vielmehr die Frage: kann man gleichzeitig liberal und „grün“ sein?

Deutschland auf dem Weg in die Öko-Diktatur?

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