Nein, dies wird nicht ein weiterer Text über TTIP, Chlorhühnchen und Schiedsgerichte sein. Zumindest nicht direkt. (Sorry for disappointing you.) Weder ist meine Expertise hier ausreichend, noch fände ich es besonders spannend, über ein Thema zu schreiben, mit dem sich alle Medien immer und immer wieder beschäftigen (zumindest wenn nicht gerade die Lokführer wieder streiken oder die Herren Müller-Wohlfahrt und Guardiola uns mit ihren Auseinandersetzungen bescheren). Andererseits geht es mir hier um eine allgemeine Fragestellung, die für die TTIP-Debatte natürlich Konsequenzen hat: ist freier Handel generell eine gute Sache? Die Antwort ist, denke ich, etwas komplizierter als es manchmal scheint (sonst gäbe es ja keinen Grund, diesen Beitrag zu lesen).Weiterlesen »
Schlagwort: Umweltschutz
Warum ich Greenpeace trotz allem gut finde
Ich habe schon des Öfteren meine „Greenpeace-Vergangenheit“ erwähnt, wie auch die Tatsache, dass ich die Positionen dieser Organisation zu vielen Themen inzwischen nicht mehr teile und sie mitunter dogmatisch bzw. dämagogisch finde. Gleichwohl heißt das nicht, dass ich ein Greenpeace-Gegner geworden wäre. Die Organisation tut unterm Strich viel Gutes: das neuliche Einlenken von Aldi in Sachen Gifte in Kleidung ist eines von vielen Beispielen.Weiterlesen »
Die sozialen Dilemmata des Umweltschutzes
Theoretisch wissen wir (fast) alle, dass wir uns mitten in einer schleichenden Umweltkrise befinden: Klimawandel, Biodiversitätsschwund, Trinkwasserknappheit, zerstörerische Ressourcengewinnung, wachsende Müllberge an Land wie in den Meeren sowie Luft- und Bodenverschmutzung sind in aller Munde. Theoretisch wissen wir ebenfalls, was zu tun ist: Änderung der derzeitigen Konsumkultur, Regionalisierung von Produktionsprozessen, Umstieg auf erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe, weniger Verschwendung auf Produktions- wie Konsumseite, technologische und institutionelle Innovationen zur Minderung von Abfallmengen, Steigerung von Recycling-Quoten. Da einige der oben genannten Umweltprobleme globaler Natur sind (allen voran, aber mitnichten nur der Klimawandel), bedarf es auch globaler Lösungen, z.B. in Form von internationalen Abkommen. Soweit die Theorie. In der Praxis scheitert Umweltschutz auf allen Ebenen: internationale Verträge werden nicht abgeschlossen, nationale Gesetzgebungen sind unzureichend, und was die individuelle Ebene anbetrifft, ist es geradezu bezeichnend, dass gerade die überdurchschnittlich umweltbewussten „bildungsnahen“ Bevölkerungsschichten die größten ökologischen Rucksäcke mit sich herumschleppen. Warum ist das so? In der Ökonomie – bzw., konkreter, in der Spieltheorie und Institutionenökonomik – gibt es für dieses Phänomen einen sehr passenden Begriff: soziale Dilemmata.Weiterlesen »
Ökonomische Bewertung der Natur – die Wurzel alles Bösen?
Die ökonomische Bewertung von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen erregt regelmäßig die Gemüter. Sei es in Fachzeitschriften, sei es auf Konferenzen (z.B. der degrowth-Konferenz im September 2014 in Leipzig) oder in den Medien. Die Liste der Vorwürfe ist lang und divers. Einige sind berechtigt und sollten ernst genommen werden, andere fußen auf Unverständnis der Methode und überzeichnen mittels konstruierter Implikationen und vermuteter Folgen. Im Folgenden möchte ich nur auf einige Vorwürfe eingehen, um zu skizzieren, was ökonomische Bewertung ist und was sie aus meiner Sicht nicht ist.Weiterlesen »