Wir Umweltökonomen sind schon eine seltsame Spezies. Wir bepreisen die Natur. Wir betrachten sie als ein Bündel von Gütern und Quelle von Dienstleistungen bzw. als Naturkapital. Wir wägen materiellen Nutzen gegen die so vulgarisierten „Naturwerte“ im Sinne aggregierter Zahlungsbereitschaften ab, um den gesellschaftlichen Nettonutzen verschiedener Projekte „objektiv“ zu erfassen. Wir definieren Nachhaltigkeit auf eine seltsame Art und Weise als einen über die Zeit nicht-abnehmenden Konsumfluss. Und wir diskontieren bzw. zinsen auch noch ab, wodurch wir die Interessen künftiger Generationen „verschwinden lassen“. Haben wir sie denn noch alle?Weiterlesen »
Schlagwort: Klimawandel
Sollte man den Peak Oil fürchten?
Es gibt manchmal Texte, die hätte man als Blogger gern selbst geschrieben. Warum es viel zu viel Öl gibt von Jan Willmroth ist ein solcher Text (auf SZ.de) – eine knappe, schön sachliche, auf die gute Art ökonomische Analyse des Problems des angeblich zu befürchtenden Peak Oil. Hier ein Appetizer:
Irgendwann muss ein Zeitpunkt kommen, an dem die Ölförderung ihren Höhepunkt erreicht, ab dann wird immer weniger Öl aus dem Boden gepresst. Die möglichen Folgen dieser Entwicklung haben Experten seit den Fünfzigerjahren immer wieder dramatisch beschrieben: Es komme zu einer globalen Versorgungskrise, weil der Ölbedarf bald nicht mehr gedeckt werden könne, zu Ressourcenkriegen um die letzten Quellen, zu einer globalen Energiekrise, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Die eifrigsten Pessimisten sagten gar einen Zusammenbruch der Industriegesellschaft voraus.
Das alles klingt so logisch, wie es in Wirklichkeit irrelevant ist. Teilweise ist es sogar völlig verkehrt. [mehr…]