Skeptische Ökonomie 2017 (nicht nur) in Zahlen

1: Anzahl der Doktorgrade, die der Autor von Skeptische Ökonomie 2017 erlangt hat (auch: Anzahl der Bücher, die derselbe geschrieben hat)

3: so lange (in Jahren) gibt es Skeptische Ökonomie schon (seit 7.12.2014)

7: so lange gibt es sie, wenn man die englischsprachige Vorgängerin mitrechnet (seit September 2010)

33: so oft wurde hier 2017 kommentiert

33: Anzahl der 2017 auf Skeptische Ökonomie veröffentlichten Beiträge

11.773: so oft wurde Skeptische Ökonomie vergangenes Jahr aufgerufen

20.000: diese Gesamtzahl von Aufrufen knackte Skeptische Ökonomie im Dezember

Die populärsten neuen (d. h. 2017 verfassten) Beiträge waren:

  1. Warum es OK ist, Sci-Hub zu nutzen (obwohl es illegal ist)
  2. Marktmacht der Wissenschaftsverlage: drei kurze Anekdoten
  3. Misanthropischer Humanismus
  4. Energiewende – einige Klarstellungen
  5. Nun sag, wie hast du’s mit dem bedingungslosen Grundeinkommen?
  6. Afrikas Misere und Fair Trade
  7. Bioökonomie in einer begrenzten Welt

Dauerbrenner (die populärsten älteren Beiträge):

  1. Diskontieren, Kosten-Nutzen-Analyse und Nachhaltigkeit
  2. Logische Konsistenz, moralische Intuition und das Trolley-Problem
  3. Die sozialen Dilemmata des Umweltschutzes

Was sonst noch geschah:

Danke fürs Lesen!

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Peer-Review als soziales Dilemma

Auch wenn sich (fast) alle einig sind, dass es eine extrem problematische Verkürzung ist, wissenschaftliche Arbeit auf bibliometrische Statistiken (Publikationszahlen, Zitationen, h-Index) zu reduzieren, so werden Wissenschaftler*innen trotzdem vor allem daran gemessen, wie viel sie publizieren und welchen Impact Factor die Zeitschriften haben, in denen sie es tun. Weil dies vergleichsweise einfach zu messen ist. So sind Menschen im Vorteil, die (a) gut vernetzt sind (und daher oft eingeladen werden, ein paar Zeilen zu einem Artikel beizusteuern; außerdem werden sie dann relativ häufig von ihren vielen Kolleg*innen zitiert), (b) ein Talent für die Wiederverwertung ihrer Forschungsergebnisse haben (es ist erstaunlich, wie viele Artikel man aus einer Studie machen kann, wenn man sie geschickt portioniert) und nicht zuletzt (c) denen das Aufschreiben ihrer Forschungsergebnisse leicht fällt. Des Weiteren gibt es Unterschiede in der „typischen“ Publikationsintensität (einschließlich des Zitationspotenzials) je nach Disziplin, Art der Forschung (konzeptionell–theoretisch vs. empirisch; Grundlagen- vs. angewandte Forschung) und Thema. Doch selbst wenn man von all diesen Problemen der „Output-Fokussierung“ absieht, fällt dabei zusätzlich die Kehrseite der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit unter den Tisch – der Peer-Review. Dabei ist seine Bedeutung für die Wissenschaft kaum zu überschätzen.Weiterlesen »

Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017

Exploring Economics, eine großartige Initiative des deutschen Netzwerks Plurale Ökonomik, wurde mit dem Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017, vergeben vom österreichischen Kurt-Renner-Institut, in der Kategorie Pluralismus in der Ökonomie ausgezeichnet. Da der Autor dieses Blogs einen der Texte (Ökologische Ökonomik) zu Exploring Economics beigesteuert hat, befindet er sich auf der PreisträgerInnen-Liste und möchte diesen Anlass nutzen, eine nahezu unvoreingenommene Empfehlung zum Erkunden der ausgezeichneten Website auszusprechen.b4a39e0f23

Good publisher, bad publisher?

Ich habe in letzter Zeit mehrmals über Wissenschaftsverlage und die mit ihnen verbundenen Probleme geschrieben. Im aktuellen Newsletter der European Society for Ecological Economics fand ich einen sehr interessanten Austausch zwischen Gaël Plumecocq und Clive Spash zu diesem Thema, den ich hier reposten möchte. Es geht dabei u. a. darum, ob alle Wissenschaftsverlage gleich „böse“ sind und ob Open Access die Lösung ist.Weiterlesen »

Aktuelles aus der eigenen Forschung

Ich habe beschlossen, mich in Übersetzung meiner Forschung in eine auch für Laien verständliche Sprache zu üben; daher werde ich von nun an auf diesem Blog zusätzlich zu den bisherigen, „halbgar-freischwebenden“ Aktivitäten meine eigenen Publikationen zusammenzufassen. Bevor ich diese „Publikationsreihe“ mit meiner letzten Veröffentlichung zu Amartya Sen und deliberativen Methoden ökonomischer Bewertung eröffne, hier ein paar Links zu bereits existierenden Besprechungen früherer Publikationen:

More to come…

Warum es OK ist, Sci-Hub zu nutzen (obwohl es illegal ist)

Zur wissenschaftlichen Arbeit gehört ganz wesentlich das Lesen. Da ärgert man sich schon des Öfteren, wenn ein relevant erscheinender Artikel sich hinter einer Paywall befindet. Jede wissenschaftliche Institution bietet über ihre Bibliothek Zugang zu verschiedenen Fachzeitschriften; der Zugang wird in der Regel in Paketen von großen Wissenschaftsverlagen gekauft. Diese Pakete decken aber nicht alle potenziell relevanten Zeitschriften ab. Wenn der uns interessierende Artikel in einer Zeitschrift erschien, zu der wir keinen Zugang haben, gibt es einige Optionen. Die schnellste, allerdings illegale ist Sci-Hub.Weiterlesen »

The Art of the Reply

Früher war bekanntlich mehr Lametta. Und obwohl die in allen möglichen Kontexten vorkommenden Beschwerden, früher wäre alles besser gewesen, sich bei näherem Hinschauen und Überprüfung allzu oft als retrospektive Täuschung herausstellen – hin und wieder trifft die Feststellung doch zu. Zum Beispiel: früher wurden in ökonomischen Fachzeitschriften viel mehr Repliken veröffentlicht, als dies heutzutage der Fall ist.Weiterlesen »

Hauptsache Nature oder Science!

Ende April 2017, ein hochprominentes Forschungsinstitut irgendwo in Mitteldeutschland. Eine Gruppe größtenteils erfahrener Wissenschaftler*innen, darunter ein paar Vertreter*innen der Naturwissenschaften, die meisten jedoch Sozialwissenschaftler*innen, trifft sich zu einem eintägigen Workshop. Ziel: gemeinsames Paper. Grobes Thema: eine bestimmte Schnittstelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften. Hintergrund: der Workshop soll helfen, eine neue Professur an dem hochprominenten Forschungsinstitut zu definieren. Aber eigentlich geht es darum – das wird recht bald ersichtlich -, um jeden Preis eine gemeinsame Publikation zu generieren. Möglichst hochrangig. Anvisiertes Ziel: Nature oder Science.Weiterlesen »