Ich komme in letzter Zeit nicht wirklich dazu, hier etwas neues zu schreiben; möchte aber zumindest eine sehr interessante Diskussion wiedergeben, die ich gestern auf Facebook hatte, die sich um die Frage der moralischen Signifikanz des Artensterbens drehte. Ausgelöst wurde sie durch den Washington-Post-Beitrag von R. Alexander Pyron, We don’t need to save endangered species. Extinction is part of evolution, den ich unterstützend geteilt habe. Hier eine anonymisierte und leicht bearbeitete Wiedergabe der Diskussion:Weiterlesen »
Autor: Bartosz Bartkowski
Grüne Agrarpolitiker fordern ein Ende der Direktzahlungen!
Eine mit mehr Expertise unterfütterte Analyse des GAP-Problems, zu dem ich letztens auch geschrieben habe:
Endlich, möchte man laut rufen, dieser Schritt war lange fällig!
Die grünen Agrarpolitiker Robert Habeck und Martin Häusling fordern ein Ende der Direktzahlungen und schlagen mit einem Positionspapier „Fundamente statt Säulen – Ressourcen schonend, tiergerecht und sozial nachhaltig! Plädoyer für eine Neuordnung der europäischen Agrarpolitik“ eine Kursänderung in der Agrarpolitik von Bündnis 90 /Die Grünen vor. Ziel ist es, die Zahlungen der ersten Säule schrittweise abzubauen und die gesparten Gelder für öffentliche Güter und auf andere Politikziele auszugeben. Das Papier skizziert einige andere Bereiche, die ergänzend gestärkt werden sollten: Agrarforschung stellen die zwei Autoren in den Vordergrund, da dies für den Agrarsektor wichtig sei. Dem kann man nur zustimmen: So eingesetzte Gelder würden mittelfristig eine sehr viel günstigere Wirkung für die Landwirtschaft entfalten. Sehr naheliegend finde ich auch den Hinweis, dass auch mehr Mittel für Naturschutz im Rahmen der Fauna Flora Habitat (FFH)-Richtlinie bereitgestellt werden sollen, da dies eine europäische Politik, die man dann endlich mit europäischen Geldern finanzieren würde.
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Grüne Gentechnik und die Grenzen repräsentativer Demokratie
Kürzlich war ich auf einer sehr interessanten Summer School zum Thema Genome Editing – Beyond the Precautionary Principle?, organisiert vom Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaft (TTN) der LMU München. In meinem Vortrag plädierte ich dafür, eine breite und offene gesellschaftliche Debatte über moderne Genome-Editing-Technologien (allen voran CRISPR/Cas) anzustoßen, bevor man mittels „science-based regulation“ die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen stellt. Eine ähnliche Argumentation (in verkürzter Form) verwendete ich vor ein paar Tagen in einer Diskussion auf dem Blog von Bauer Willi (hier) – hier wie da stieß ich auf teilweise Ablehnung, die u. a. aus einem meines Erachtens problematischen Demokratie-Verständnis resultiert. In der Tat bietet die grüne Gentechnik eine gute Gelegenheit, über das Wesen der Demokratie nachzudenken.
Close the GAP?
OK, ich gestehe, der Titel ist mir heute etwas holprig geraten: im Englischen wäre es nämlich eigentlich CAP, gemeint ist nämlich die Common Agricultural Policy (dt. Gemeinsame Agrarpolitik alias GAP) der EU. Die hinter dem holprigen Wortspiel stehende Frage ist nichtsdestotrotz gewichtig: wird das reichliche Drittel des EU-Haushalts, das in das System von Agrarsubventionen fließt, denn sinnvoll verwendet? Und falls nicht, was folgt daraus?
Degrowth, Landwirtschaft und GMOs
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich versprochen, hin und wieder aus der eigenen Forschung zu berichten. Gerade bietet sich die erste Gelegenheit: ich habe die schnellste Publikation meiner Karriere veröffentlicht bekommen. Und das auch noch zu einem interessanten Thema.
Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017
Exploring Economics, eine großartige Initiative des deutschen Netzwerks Plurale Ökonomik, wurde mit dem Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017, vergeben vom österreichischen Kurt-Renner-Institut, in der Kategorie Pluralismus in der Ökonomie ausgezeichnet. Da der Autor dieses Blogs einen der Texte (Ökologische Ökonomik) zu Exploring Economics beigesteuert hat, befindet er sich auf der PreisträgerInnen-Liste und möchte diesen Anlass nutzen, eine nahezu unvoreingenommene Empfehlung zum Erkunden der ausgezeichneten Website auszusprechen.
Pascal’sche Wette um freien statt um Gottes Willen
Ist das, was wir tun, Resultat freier, autonomer Entscheidungen? Oder tun wir einfach das, worauf wir biologisch programmiert sind? Sind das überhaupt einander ausschließende Alternativen? So oder so ähnlich kann man eines der kompliziertesten (und vermutlich auch müßigsten) Probleme der Philosophie formulieren – die Frage nach dem freien Willen bzw. das Determinismus-Problem.Weiterlesen »
Good publisher, bad publisher?
Ich habe in letzter Zeit mehrmals über Wissenschaftsverlage und die mit ihnen verbundenen Probleme geschrieben. Im aktuellen Newsletter der European Society for Ecological Economics fand ich einen sehr interessanten Austausch zwischen Gaël Plumecocq und Clive Spash zu diesem Thema, den ich hier reposten möchte. Es geht dabei u. a. darum, ob alle Wissenschaftsverlage gleich „böse“ sind und ob Open Access die Lösung ist.Weiterlesen »
Aktuelles aus der eigenen Forschung
Ich habe beschlossen, mich in Übersetzung meiner Forschung in eine auch für Laien verständliche Sprache zu üben; daher werde ich von nun an auf diesem Blog zusätzlich zu den bisherigen, „halbgar-freischwebenden“ Aktivitäten meine eigenen Publikationen zusammenzufassen. Bevor ich diese „Publikationsreihe“ mit meiner letzten Veröffentlichung zu Amartya Sen und deliberativen Methoden ökonomischer Bewertung eröffne, hier ein paar Links zu bereits existierenden Besprechungen früherer Publikationen:
- Warum ein vielfältiges Ökosystem ökonomisch wertvoller ist auf dem Blog des Innovationsnetzwerks Ökosystemleistungen Deutschland (ESP-DE); hier fasse ich die zentrale Veröffentlichung aus meiner Dissertation zusammen.
- Ökonomische Methoden für Nationale Ökosystemleistungsbilanzen, ebenfalls auf ESP-DE; in diesem Fall zeichnet mein Kollege und Ko-Autor Nils Droste für den Blog-Beitrag verantwortlich, in dem es um ein kleines Seitenprojekt geht, in dem wir uns mit sog. ecological–economic accounting befasst haben.
- Gibt es einen monetären Wachstumszwang? und Profite, Zinsen und Wachstum sind zwei Zusammenfassungen der Ergebnisse eines anderen Seitenprojekts, in dem es um monetäre Wachstumszwänge geht und dem gleich zwei Publikationen entsprungen sind: Schindler/Strunz/Bartkowski, 2017: Mythos monetärer Wachstumszwang: Am Gelde hängt doch alles? Ökologisches Wirtschaften 32(1): 23–25 [Link, leider hinter Paywall] sowie Strunz/Bartkowski/Schindler, 2017: ‚Is There a Monetary Growth Imperative?‘ In: Victor/Dolter (Eds.), Handbook on Growth and Sustainability, Cheltenham: Edward Elgar, 326–355.
More to come…
Science-Fiction-Literatur und Sozialwissenschaften
Ein Kollege wunderte sich kürzlich, dass ich „nicht nur Sachbücher“, sondern auch mal einen Science-Fiction-Roman lese. Ich möchte heute zeigen, dass SF-Literatur als komplementär zu Sozialwissenschaften betrachtet werden kann.
