Als ich vor ein paar Jahren den Essay „The Presumptions of Science“ von Robert L. Sinsheimer las, war ich begeistert. Da schrieb mir jemand aus der Seele: bestimmte Arten von Forschung, insbesondere die Entwicklung bestimmter Technologien, sollten unterlassen werden, weil sie absehbare negative Folgen für die Gesellschaft haben (könnten). Beispiele von Sinsheimer waren v. a. Gentechnik und Atomkraft, heutzutage wären zusätzliche Kandidaten bspw. Geo-Engineering, CCS oder synthetische Biologie. Es mag sein, dass Sinsheimer Recht hatte, dass bestimmte Arten von Forschung sich als „schlecht“ erweisen. Dennoch würde uns ein Versuch, seine Vorschläge praktisch umzusetzen – die auch immer wieder in unterschiedlichen Kontexten so ähnlich gemacht werden – vor schwer überwindbare Praktikabilitätsprobleme stellen.Weiterlesen »
Schlagwort: Wissenschaft
Losing humanity and other questions science doesn’t ask
Ein sehr lesenswerter Text über die Notwendigkeit, als Wissenschaft(ler) vor schwierigen Fragen, auch normativen Fragen nicht zu scheuen. Mit einem Verweis auf einen großartigen Film am Ende;-)
By Joern Fischer
Prompted by a recent visit to the US, I am once again wondering what kind of science we ought to be doing for it to be of use in the sense of creating a better, more sustainable world. A woman in the street yesterday wanted me to (financially) support an anti-bullying campaign. She explained to me all the wrongs of school bullying, as well as the substantial legal costs that needed to be covered to fight it. While her cause was worthwhile the whole interaction left me somewhat befuddled – the insanity of appealing to the good will of a few to fix what is systemically messed up seemed almost unbearably pathetic; and a theme that to me (as an outside observer) seems to run through much of the US in particular. Electric cars, good-natured philanthropists and coffee sleeves made of “85% post-consumer fiber” will not fix…
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Über den Wert von Wissenschaft (insbesondere Doktorarbeiten)
Wie bereits im letzten Beitrag indirekt angedeutet, hat man es als Doktorand nicht leicht. Insbesondere, wenn man nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch gesellschaftlichen Anspruch hat. Das Problem lässt sich recht leicht zusammenfassen: „Wen interessiert eigentlich, was ich da in meiner Diss so mache?“ Da bearbeitet man Themen wie die ökonomische Bewertung von Biodiversität, den Einfluss der Flurbereinigung auf Ökosystemfunktionen oder Umweltsteuern im Kontext der Wasserrahmenrichtlinie und fragt sich immer wieder zweierlei: sind diese i. d. R. sehr theoretischen Fragestellungen für die Forschung relevant? Und tun sie der Umwelt bzw. der Gesellschaft überhaupt etwas Gutes?(da ich v. a. mit Sozialwissenschaftlern zu tun habe und selbst einer bin, sind die Beispiele sozialwissenschaftliche Dissertations-Themen – ich vermute aber, dass meine hier geäußerten Gedanken auf naturwissenschaftliche Dissertationsvorhaben gleichermaßen zutreffen) Mein heutiger Beitrag ist teils als Selbsttherapie, teils als Ermutigung für meine „Mitstreiter“ am UFZ gedacht.Weiterlesen »