Woher weiß ich, was ich zu wissen glaube?

Was ich hier auf dem Blog schreibe, überschreitet oft die Grenzen meiner wissenschaftlichen Expertise im engeren Sinne. Das habe ich bereits vor einer Weile im Kontext meines Hauptthemas, der Landwirtschaft, thematisiert (Was weiß ich schon über Landwirtschaft?). Und auch in meiner Forschung habe ich direkt oder indirekt mit Fragen zu tun, für deren eigenständige Beantwortung ich nicht über das notwendig methodische und theoretische Wissen verfüge. Die Frage stellt sich also: Woher weiß ich, was ich zu wissen glaube? Allgemeiner ausgedrückt: Woher wissen Wissenschaftler:innen in interdisziplinären Forschungskontexten, was sie zu wissen glauben, was aber jenseits ihrer eigentlichen Expertise liegt?

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Weniger als die Summe der Einzelteile

Schaut man sich das deutsche Wissenschaftssystem an, fällt einem sehr schnell auf, dass es sehr viele Doktorand*innen gibt und relativ wenig Post-docs. Dieser Zustand kann in vielfacher Hinsicht kritisiert werden, u. a. Machtkonzentration in (wenigen) Lehrstühlen sowie Unsicherheit für ebendiese Doktorand*innen, von denen die meisten das Wissenschaftssystem nach der Promotion wieder verlassen müssen. Doch darum wird es in einem späteren Beitrag mal gehen – heute möchte ich mich stattdessen einem eher „technischen“ Problem widmen, das mit dieser Masse an Promotionen einhergeht, nämlich der zu starken Fokussierung auf „neue“ Forschung.

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