Der Ziegeneffekt und Glücksforschung

Eines Tages kommt Mosche zum Rabbiner und sagt: „Rabbi, hilf mir! Du weißt, ich habe eine große Familie, aber ein kleines Häuschen mit nur einer Stube. Ich weiß nicht mehr, wie ich das aushalten soll! Die Kinder sind laut, die Frau ist laut, es ist eng… Ich werde noch wahnsinnig!“ Der Rabbiner überlegt kurz und sagt: „Mosche, du hast doch eine Ziege. Lass sie aus ihrem Verschlag in euer Haus umziehen. In einer Woche komm noch einmal zu mir.“ Mosche erscheint der Vorschlag absurd, aber er weiß um die Weisheit des Rabbiners, also geht er nach Hause und tut, was ihm gesagt wurde. Eine Woche später kommt er völlig erschöpft und nahe am Nervenzusammenbruch zum Rabbiner: „Rabbi, das war ja schon vorher schlimm, aber mit der Ziege ist es nicht mehr auszuhalten! Die ist noch viel lauter als die Kinder und macht alles kaputt!“ Der Rabbiner antwortet: „Nun, Mosche, geh nach Hause und bring die Ziege zurück in ihren Verschlag.“ Einen Tag später kommt Mosche zum Rabbiner angerannt und ruft bereits von der Türschwelle: „Rabbi, du bist ein Genie! Seit die Ziege weg ist, ist es wieder so unglaublich ruhig und entspannt!“

In meiner Familie wird das Phänomen, das in dem oben zitierten Witz beschrieben wird, schlicht der „Ziegeneffekt“ genannt. Man könnte ihn aber auch hochtrabend als „dynamische Anpassung von Erwartungen“ bezeichnen. Unabhängig von der Nomenklatur hat dieser in der realen Welt recht verbreitete Effekt interessante Folgen für die sog. Glücksforschung, insbesondere Versuche, subjektive Wohlstandsindikatoren zu entwickeln.Weiterlesen »