Was ist an dem Arrow-Paradoxon dran?

Kenneth Arrow ist wahrscheinlich eine der interessantesten Persönlichkeiten der Ökonomik des 20. Jahrhunderts. Er ist bis heute der jüngste Träger des Nobel-Gedenkpreises für Ökonomie, den er 1972 im „zarten“ Alter von 51 Jahren verliehen bekam. Auch im weniger zarten Alter von 94 Jahren publiziert er immer noch. Es gibt wahrscheinlich kaum ein Feld innerhalb der Ökonomik, zu dem er nicht irgendwann gearbeitet hat. Er ist einer der versiertesten Mathematiker unter den Ökonomen – den Nobel-Gedenkpreis bekam er für seine Pionierarbeit zur Allgemeinen Gleichgewichtstheorie, die zu den formalisiertesten, prestigeträchtigsten und laut manchen Kommentatoren nutzlosesten Forschungsgebieten innerhalb der Ökonomik gehört. In den letzten etwa 20 Jahren lieferte er einige sehr interessante Beiträge zur Nachhaltigkeit, Wohlfahrtsmessung und sozialer Diskontierung. Interessanterweise ist jedoch der wohl wichtigste – auf jeden Fall bekannteste – Beitrag von ihm auch einer der ältesten: das in seiner Dissertation (1951) entwickelte Unmöglichkeitstheorem, auch Arrow-Paradoxon (von ihm „schlicht“ General Possibility Theorem genannt), mit dem er die Disziplin der modernen Sozialwahltheorie begründete.Weiterlesen »

Was Friedrich August von Hayek und Niko Paech gemeinsam haben

Es gibt zwei Hauptfelder, in denen sich Ökonomen austoben dürfen: Modellbildung, um die Wirtschaftswelt zu beschreiben und zu verstehen. Und Instrumentenbildung, um bestimmte Missstände in dieser zu beseitigen. In die zweite Kategorien gehören solche Konzepte wie Steuern, Emissionshandelssysteme, Payments for Ecosystem Services, Subventionen etc. Doch funktionieren diese Instrumente sehr oft nicht so, wie sie sollten. Teilweise liegt es daran, dass ihre Entwickler bestimmte wichtige Faktoren ignoriert haben, z.B., weil sie von einem zu einfachen Modell menschlichen Handelns ausgegangen sind. Oft genug liegt es aber daran, dass die Instrumente nicht so implementiert werden, wie es ihre Entwickler wollten. Oder sie werden gar nicht erst implementiert, obwohl sie durchaus in der Lage wären, die betreffenden Probleme zu lösen. Beides wird dann gern den Ökonomen in die Schuhe gelegt. Unberechtigterweise.Weiterlesen »