Nicht zuletzt wegen meiner Arbeit in BonaRes, wo es um die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Böden geht, beginne ich mich immer stärker für die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Umwelt zu interessieren. Als Umweltökonom wage ich mich damit zunehmend auf das Terrain der Agrarökonomik. Interessanterweise hörte ich bereits von mehreren Kolleg*innen, die schon länger an dieser Grenze aktiv sind, dass die Interaktionen zwischen Umwelt- und Agrarökonom*innen eher wenige sind. Das beschloss ich zu überprüfen – und zwar mit den Mitteln einer einfachen bibliometrischen Analyse. In diesem Beitrag geht es also darum, inwiefern agrar- und umweltökonomische Forschung sich aufeinander beziehen.
Kategorie: Forschung und Lehre
Skeptische Ökonomie 2017 (nicht nur) in Zahlen
1: Anzahl der Doktorgrade, die der Autor von Skeptische Ökonomie 2017 erlangt hat (auch: Anzahl der Bücher, die derselbe geschrieben hat)
3: so lange (in Jahren) gibt es Skeptische Ökonomie schon (seit 7.12.2014)
7: so lange gibt es sie, wenn man die englischsprachige Vorgängerin mitrechnet (seit September 2010)
33: so oft wurde hier 2017 kommentiert
33: Anzahl der 2017 auf Skeptische Ökonomie veröffentlichten Beiträge
11.773: so oft wurde Skeptische Ökonomie vergangenes Jahr aufgerufen
20.000: diese Gesamtzahl von Aufrufen knackte Skeptische Ökonomie im Dezember
Die populärsten neuen (d. h. 2017 verfassten) Beiträge waren:
- Warum es OK ist, Sci-Hub zu nutzen (obwohl es illegal ist)
- Marktmacht der Wissenschaftsverlage: drei kurze Anekdoten
- Misanthropischer Humanismus
- Energiewende – einige Klarstellungen
- Nun sag, wie hast du’s mit dem bedingungslosen Grundeinkommen?
- Afrikas Misere und Fair Trade
- Bioökonomie in einer begrenzten Welt
Dauerbrenner (die populärsten älteren Beiträge):
- Diskontieren, Kosten-Nutzen-Analyse und Nachhaltigkeit
- Logische Konsistenz, moralische Intuition und das Trolley-Problem
- Die sozialen Dilemmata des Umweltschutzes
Was sonst noch geschah:
- Mein Interesse an landwirtschaftlichen Themen ist deutlich gestiegen (z. T. wegen des Projekts, in dem ich zzt. arbeite und wohl noch ein paar Jahre arbeiten werde).
- Ich habe eine Reihe von Beiträgen gestartet, in denen ich aus meiner wissenschaftlichen Arbeit berichte.
- Ich habe angefangen, meine Beiträge zu gendern.
- Exploring Economics, an dessen Erstellung meine Wenigkeit beteiligt war, wurde ausgezeichnet.
- Die alte (aber laufend aktualisierte) Liste mit Leseempfehlungen wurde durch eine belletristische ergänzt.
Danke fürs Lesen!

Peer-Review als soziales Dilemma
Auch wenn sich (fast) alle einig sind, dass es eine extrem problematische Verkürzung ist, wissenschaftliche Arbeit auf bibliometrische Statistiken (Publikationszahlen, Zitationen, h-Index) zu reduzieren, so werden Wissenschaftler*innen trotzdem vor allem daran gemessen, wie viel sie publizieren und welchen Impact Factor die Zeitschriften haben, in denen sie es tun. Weil dies vergleichsweise einfach zu messen ist. So sind Menschen im Vorteil, die (a) gut vernetzt sind (und daher oft eingeladen werden, ein paar Zeilen zu einem Artikel beizusteuern; außerdem werden sie dann relativ häufig von ihren vielen Kolleg*innen zitiert), (b) ein Talent für die Wiederverwertung ihrer Forschungsergebnisse haben (es ist erstaunlich, wie viele Artikel man aus einer Studie machen kann, wenn man sie geschickt portioniert) und nicht zuletzt (c) denen das Aufschreiben ihrer Forschungsergebnisse leicht fällt. Des Weiteren gibt es Unterschiede in der „typischen“ Publikationsintensität (einschließlich des Zitationspotenzials) je nach Disziplin, Art der Forschung (konzeptionell–theoretisch vs. empirisch; Grundlagen- vs. angewandte Forschung) und Thema. Doch selbst wenn man von all diesen Problemen der „Output-Fokussierung“ absieht, fällt dabei zusätzlich die Kehrseite der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit unter den Tisch – der Peer-Review. Dabei ist seine Bedeutung für die Wissenschaft kaum zu überschätzen.Weiterlesen »
Degrowth, Landwirtschaft und GMOs
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich versprochen, hin und wieder aus der eigenen Forschung zu berichten. Gerade bietet sich die erste Gelegenheit: ich habe die schnellste Publikation meiner Karriere veröffentlicht bekommen. Und das auch noch zu einem interessanten Thema.
Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017
Exploring Economics, eine großartige Initiative des deutschen Netzwerks Plurale Ökonomik, wurde mit dem Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftsjournalistik 2017, vergeben vom österreichischen Kurt-Renner-Institut, in der Kategorie Pluralismus in der Ökonomie ausgezeichnet. Da der Autor dieses Blogs einen der Texte (Ökologische Ökonomik) zu Exploring Economics beigesteuert hat, befindet er sich auf der PreisträgerInnen-Liste und möchte diesen Anlass nutzen, eine nahezu unvoreingenommene Empfehlung zum Erkunden der ausgezeichneten Website auszusprechen.
Good publisher, bad publisher?
Ich habe in letzter Zeit mehrmals über Wissenschaftsverlage und die mit ihnen verbundenen Probleme geschrieben. Im aktuellen Newsletter der European Society for Ecological Economics fand ich einen sehr interessanten Austausch zwischen Gaël Plumecocq und Clive Spash zu diesem Thema, den ich hier reposten möchte. Es geht dabei u. a. darum, ob alle Wissenschaftsverlage gleich „böse“ sind und ob Open Access die Lösung ist.Weiterlesen »
Aktuelles aus der eigenen Forschung
Ich habe beschlossen, mich in Übersetzung meiner Forschung in eine auch für Laien verständliche Sprache zu üben; daher werde ich von nun an auf diesem Blog zusätzlich zu den bisherigen, „halbgar-freischwebenden“ Aktivitäten meine eigenen Publikationen zusammenzufassen. Bevor ich diese „Publikationsreihe“ mit meiner letzten Veröffentlichung zu Amartya Sen und deliberativen Methoden ökonomischer Bewertung eröffne, hier ein paar Links zu bereits existierenden Besprechungen früherer Publikationen:
- Warum ein vielfältiges Ökosystem ökonomisch wertvoller ist auf dem Blog des Innovationsnetzwerks Ökosystemleistungen Deutschland (ESP-DE); hier fasse ich die zentrale Veröffentlichung aus meiner Dissertation zusammen.
- Ökonomische Methoden für Nationale Ökosystemleistungsbilanzen, ebenfalls auf ESP-DE; in diesem Fall zeichnet mein Kollege und Ko-Autor Nils Droste für den Blog-Beitrag verantwortlich, in dem es um ein kleines Seitenprojekt geht, in dem wir uns mit sog. ecological–economic accounting befasst haben.
- Gibt es einen monetären Wachstumszwang? und Profite, Zinsen und Wachstum sind zwei Zusammenfassungen der Ergebnisse eines anderen Seitenprojekts, in dem es um monetäre Wachstumszwänge geht und dem gleich zwei Publikationen entsprungen sind: Schindler/Strunz/Bartkowski, 2017: Mythos monetärer Wachstumszwang: Am Gelde hängt doch alles? Ökologisches Wirtschaften 32(1): 23–25 [Link, leider hinter Paywall] sowie Strunz/Bartkowski/Schindler, 2017: ‚Is There a Monetary Growth Imperative?‘ In: Victor/Dolter (Eds.), Handbook on Growth and Sustainability, Cheltenham: Edward Elgar, 326–355.
More to come…
Warum es OK ist, Sci-Hub zu nutzen (obwohl es illegal ist)
Zur wissenschaftlichen Arbeit gehört ganz wesentlich das Lesen. Da ärgert man sich schon des Öfteren, wenn ein relevant erscheinender Artikel sich hinter einer Paywall befindet. Jede wissenschaftliche Institution bietet über ihre Bibliothek Zugang zu verschiedenen Fachzeitschriften; der Zugang wird in der Regel in Paketen von großen Wissenschaftsverlagen gekauft. Diese Pakete decken aber nicht alle potenziell relevanten Zeitschriften ab. Wenn der uns interessierende Artikel in einer Zeitschrift erschien, zu der wir keinen Zugang haben, gibt es einige Optionen. Die schnellste, allerdings illegale ist Sci-Hub.Weiterlesen »
Economic Valuation of Biodiversity: An Interdisciplinary Conceptual Perspective
Kurze Werbeunterbrechung: das erste Buch meiner wissenschaftlichen Karriere ist gerade erschienen. Ich bin nicht sicher, ob dies ein Erfolgskriterium ist, aber man kann das E-Book bereits bei Amazon kaufen (die Print-Version ist vorerst nur über den Verlag bestellbar).
The Art of the Reply
Früher war bekanntlich mehr Lametta. Und obwohl die in allen möglichen Kontexten vorkommenden Beschwerden, früher wäre alles besser gewesen, sich bei näherem Hinschauen und Überprüfung allzu oft als retrospektive Täuschung herausstellen – hin und wieder trifft die Feststellung doch zu. Zum Beispiel: früher wurden in ökonomischen Fachzeitschriften viel mehr Repliken veröffentlicht, als dies heutzutage der Fall ist.Weiterlesen »