Das derzeitige ökonomische System, einschließlich der dazugehörigen Konsumkultur, ist nicht nachhaltig. Egal, ob wir ökologische, soziale oder finanzielle Nachhaltigkeit im Sinn haben – die Diagnose ist relativ unkontrovers. Irgendwas muss sich ändern. Es sind die Therapievorschläge, die Kontroversen erwecken. Entkopplung, d.h. Effizienz und eventuell Konsistenz, sagen die Einen. Degrowth, d.h. Schrumpfung, Suffizienz und Subsistenz, sagen die Anderen. Und dann gibt es noch solche, wie z. B. Jeroen van den Bergh oder mich, die meinen, dass Entkopplung zwar eine naive Utopie ist, aber degrowth/Schrumpfung auch kein sinnvoller Ansatz, weil auch hier BIP-Wachstum fetischisiert wird, bloß unter umgekehrten Vorzeichen. Ich setze an dieser Stelle voraus, dass Entkopplung zu unwahrscheinlich ist, als dass man vernünftigerweise alles auf ihre Karte setzen könnte, und möchte mich der Frage widmen: schrumpfen oder ignorieren?Weiterlesen »
Schlagwort: Nachhaltigkeit
Diskontieren, Kosten-Nutzen-Analyse und Nachhaltigkeit
Wir Umweltökonomen sind schon eine seltsame Spezies. Wir bepreisen die Natur. Wir betrachten sie als ein Bündel von Gütern und Quelle von Dienstleistungen bzw. als Naturkapital. Wir wägen materiellen Nutzen gegen die so vulgarisierten „Naturwerte“ im Sinne aggregierter Zahlungsbereitschaften ab, um den gesellschaftlichen Nettonutzen verschiedener Projekte „objektiv“ zu erfassen. Wir definieren Nachhaltigkeit auf eine seltsame Art und Weise als einen über die Zeit nicht-abnehmenden Konsumfluss. Und wir diskontieren bzw. zinsen auch noch ab, wodurch wir die Interessen künftiger Generationen „verschwinden lassen“. Haben wir sie denn noch alle?Weiterlesen »