Aus der Zeit gefallen: Renaturierung in Zeiten des globalen Wandels

Auf rhetorischer Ebene passiert in der EU gerade ziemlich viel im Hinblick auf den Umweltschutz. Der European Green Deal (EGD) und seine Satelliten (die Biodiversitäts-Strategie, die Farm-to-Fork-Strategie (F2F), neue Klimaziele) sind durchaus ambitioniert und betreffen alle möglichen Felder der Umweltpolitik (und, erfreulicherweise, darüber hinaus). Doch natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt – die Inkonsistenz des EGD bzw. speziell der F2F mit der anvisierten „Reform“ der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist ein prominentes Beispiel. Im Bereich Biodiversitätsschutz setzt die Europäische Kommission hingegen sehr stark auf Renaturierung; für 2021 ist die Veröffentlichung von verbindlichen Renaturierungszielen im Rahmen der Biodiversitäts-Strategie geplant. Doch ist Renaturierung eine sinnvolle Strategie in Zeiten des globalen Wandels?

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Sollten alle Externalitäten internalisiert werden?

Vor einer Weile bin ich dem Argument begegnet, das für die Umweltökonomik so zentrale Konzept der Externalität ließe sich (ich paraphrasiere) völlig beliebig verwenden, um jegliche noch so unberechtigten politischen Eingriffe zu begründen. Dem würde ich gern widersprechen, gleichzeitig aber diskutieren, warum nicht jede Externalität internalisiert werden sollte und worauf man beim Heranziehen dieses Konzepts achten muss.

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Fairness vs Effizienz bei Agrarumweltzahlungen revisited

In meinem letzten Beitrag diskutierte ich die vermeintliche Spannung zwischen Fairness und Effizienz bei (ergebnisorientierten) Agrarumweltzahlungen, einem ansonsten recht sinnvollen Instrument der Umweltpolitik. Den Studierenden in meiner Vorlesung Naturschutzökonomie an der Hochschule Anhalt verdanke ich nun den Impuls zu ein paar weiterführenden Gedanken zu dem Thema, die ich nun gern ausformulieren würde.

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Agrarumweltzahlungen: Fairness vs. Effizienz?

Eine der häufigsten Kritiken an der Ökonomik ist, dass sie das Kriterium der Effizienz überbetone und Fragen der Gerechtigkeit ignoriere. Tatsächlich trennen Ökonom*innen diese beiden Aspekte oft voneinander und meinen mitunter, Gerechtigkeit sei kein genuin ökonomisches Problem. Doch selbst wenn man Gerechtigkeit als Teil der ökonomischen Perspektive betrachtet, denkt man als Ökonom*in doch oft zuerst an Fragen der Effizienz – und damit an Knappheit und Zielkonflikte. Ein schönes Beispiel für die Spannung zwischen den beiden Kriterien durfte ich schon mehrmals mit Nichtökonom*innen im Kontext ergebnisorientierter Agrarumweltzahlungen diskutieren. Nun möchte ich diese Spannung heute etwas systematischer angehen.

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Neue Struktur und neues Design

Kurze technische Info für regelmäßige Leser*innen des Blogs: ich habe beschlossen, meine persönliche Website und den Blog zusammenzuführen, was eine gewisse Umstrukturierung des Ganzen notwendig gemacht hat. Der Blog ist jetzt über eine Unterseite erreichbar, dort aber in der üblichen Form verfügbar. Da ich auch die Domain meiner alten persönlichen Website hierher übertrage (bartoszbartk.com), ist mein Plan, dass man künftig über die bisherige URL skeptischeoekonomie.net direkt zum Blog weitergeleitet wird, während man die eigentliche Homepage über den Link bartoszbartk.com erreicht. Ob das so klappt, werde ich sehen, wenn die Domain-Übertragung vollzogen ist. Im Zuge der Umstellung habe ich der Seite auch ein neues Design verpasst, u. a. sind dabei ein paar Widgets (z. B. das Archiv und die Kategorien-Liste) von der rechten Randspalte in die Fußspalte gewandert. An sich ist aber nahezu alles, was vorher da war, weiterhin auffindbar. Hoffe ich.

Interdisziplinäre Forschung zwischen materiellen und kulturellen Ungleichgewichten

Interdisziplinarität ist die conditio sine qua non gesellschaftlich relevanter Nachhaltigkeitsforschung. Nur leider spiegelt sich dies in der Forschungsförderung und -organisation nur bedingt wieder. So zeigten Indra Overland und Benjamin Sovacool kürzlich im Kontext der Klimaforschung, dass weltweit lediglich etwa ein Promille der in sie fließenden Mittel bei den Sozialwissenschaften landet. Dieses massive Ungleichgewicht „beraubt“ die Klimaforschung essentieller Erkenntnisse bezüglich des klimarelevanten menschlichen Verhaltens, der Rolle von Institutionen bzw. insgesamt eines umfassenden Systemverständnisses. Gleichwohl ist es leider so, dass es keineswegs ausreichen wird, schlicht den Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen mehr Geld zuzustecken. Denn die Ungleichgewichte, die interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung erschweren, sind nicht nur materieller, sondern auch kulturell–institutioneller Natur. Und als solche alles andere als leicht zu beheben.

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